bremer kriminal theater
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Das SPANNENDSTE Theater Bremens...

 

Wir sind in die Welt gevögelt und können nicht fliegen!

Werner Schwabs Radikalkomödie "Die Präsidentinnen"

Vor exakt zwanzig Jahren, Werner Schwabs Ruhm als junger Wilder, als kompromissloser Dichter von Radikalkomödien war soeben auf dem Zenit, der Autor selbst allerdings bereits gemäß der Devise "Schneller leben" tot, da feierte sein Stück "Die Präsidentinnen" in der Inszenierung von Ralf Knapp im Jungen Theater Bremen Premiere. Die drei weiblichen Titelfiguren, mindestens zwei davon, vermutlich alle drei fortgeschrittenen Alters, waren mit eigentlich viel zu jungen Schauspielerinnen besetzt, die sich, äußerlich bis ins Groteske verzerrt, lustvoll in die Abgründe des österreichischen kitchen-sink-Dumpfsinns stürzten. Es wurde einer der größten Erfolge des Jungen Theaters.

Zwanzig Jahre später nun starten wir die reizvolle Unternehmung, in exakt derselben Besetzung, mit Nomena Struß, Marion Freundorfer und Liz Hencke, eine - ja, was? - erneute Premiere, Wiederaufnahme, eine Deuxiere dieses Projekts ins Werk zu setzen. Und sind sehr gespannt, was dabei herauskommt, wenn sich die Darstellerinnen allmählich dem Alter ihrer Figuren nähern.

Einer der Beteiligten hat mittlerweile leider den Löffel abgegeben, nämlich der Veranstaltungsort: Eigentlich war das Projekt natürlich für den Ort seines Ursprungs, die Friesenstraße, gedacht. Aber die Friesenstraße hat dieses Jubiläum um exakt drei Monate verpasst. Schade. Sehr schade... Aber kein wirklicher Grund, den schönen Grundgedanken dieses Projekts aufzugeben!

So werden sie wieder beieinander hocken, die Grete, die Erna und das Mariedl, über Gott und die Welt schwadronieren und sich allmählich in einen kollektiven Rausch, eine gemeinsame Traumerfüllungsorgie hineinfantasieren, bis am Ende eine von ihnen auf der Strecke bleibt. Mord. Ein Krimi mithin? Naja, sagen wir: ein guter, ein willkommener Anlass, es im bremer kriminal theater zu spielen...