bremer kriminal theater
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Das SPANNENDSTE Theater Bremens...

 

Krimi-Kurzgeschichten bei Kaffee, Croissants & Co.


Einmal monatlich, sonntags zur besten Frühstückszeit laden wir Sie zum MORDSFRÜHSTÜCK ein! 

Bei einer guten Tasse Kaffee oder (klassisch englisch:) Tee lädt der Künstlerische Leiter des b.k.t., Ralf Knapp, einen Schauspieler oder eine Schauspielerin des b.k.t. ein, um gemeinsam Krimi-Kurzgeschichten, Hörspiele, Drehbücher oder Krimi-Theaterstücke zu lesen. 

Bei selbst gebackenen, pikant gefüllten Croissants kann man so richtig im Zuhören versinken. Man muss lediglich aufpassen, dass einem vor lauter Spannung nicht das Brötchen oder wahlweise Croissant mit ausgewählten Beilagen im Hals stecken bleibt...

Jeden Monat stellen wir Ihnen so einen Klassiker des Genres oder aber ein hochaktuelles Stück vor, mit Vorliebe auch eins, das wir intern gerade für den nächsten Spielplan diskutieren - sodass Sie als Zuschauer durchaus so etwas wie Zeugen unserer Spielplan-Planungen werden können.



Das nächste MORDSFRÜHSTÜCK findet am Sonntag, dem 9. April, um 11 Uhr statt.




MORDSFRÜHSTÜCK # 58


Rainer Werner Fassbinder BREMER FREIHEIT

Es liest: Ralf Knapp & Überraschungsgast



Ein Stück, das "mit Bremen zu tun hat", wünschte man sich von Rainer Werner Fassbinder, als er Anfang der 70er Jahre am Bremer Theater arbeitete.  Und der tat ihnen den Gefallen. Unter dem Titel "Bremer Freiheit" schrieb er eine "kleine Geschichte" auf, die "zu Bremen um 1820" spielt.  

Eine böse Geschichte: Das Stück, vom Autor selbst im (gerade dem Erdboden gleichgemachten) "Concordia" uraufgeführt, handelt von der wohl bekanntesten Bremer Bürgersfrau, jener Gesche Gottfried, die nach und nach mit Gift zwei Ehemänner, Vater und Mutter, ihre Kinder, den Bruder sowie einige Freunde und Bekannte zu Tode bringt, ehe sie "zum Tode mittelst des Schwerdtes" verurteilt und 1831 auf dem Domshof vor 35 000 Zuschauern hingerichtet wird.  

Freilich, "so simpel böse", wie in den alten Schriften dargestellt, meint Fassbinder, könne die Delinquentin nicht gewesen sein. Aus der "teuflischen Mörderin" macht er ein Opfer der Verhältnisse, eine anarchische Revolutionärin, die verzweifelt gegen die bürgerlichen Ordnungen aufbegehrt.  

"Eine Frau, das ist ein Mensch", sagt Fassbinders Geesche, nicht aber das "Haustier" des Mannes. Sie "möchte leben", hat "eine Meinung", will sich "frei entscheiden", und "wenn sich mein Schoß nach etwas sehnt, wie einem Mann", so bekennt diese Germaine Greer des Biedermeier, "werd ich mir einen suchen".


Und jetzt das Kleingedruckte: Einlass ist um 10.30 Uhr. Ab da sind wir in der Regel so weit, ein Frühstück anbieten zu können. Gegen 11 Uhr, d.h. sobald alle Zuschauer versorgt sind, beginnt die Lesung. Wir erlauben uns, in diesem Zusammenhang noch einmal darauf aufmerksam zu machen, dass das Frühstück, das wir bei dieser Veranstaltung anbieten, mangels einer wirklichen gastronomischen Infrastruktur nicht den Anspruch erhebt, mit opulenten Frühstücksbuffetts mitzuhalten, wie es sie sonntags reihenweise in Bremen gibt, dass wir uns zwar auch in dieser Hinsicht durchaus Mühe geben, aber nicht verhehlen können (und wollen), dass bei uns die Lesung im Vordergrund steht, und dass, wer derlei Prioritäten nicht akzeptieren und auf seinen Krabbencocktail nicht verzichten kann, vermutlich schlicht am falschen Ort ist und stattdessen besser jene reihenweisen Frühstücksbuffetts aufsuchen sollte... 

Und dann gibt es natürlich noch die Kandidaten, die schon an der Kasse ihr Unverständnis darüber äußern, dass in den 9.- € Eintritt das Frühstück nicht bereits enthalten ist. Dazu fällt uns dann, ehrlich gesagt, auch nichts mehr ein...