bremer kriminal theater
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Das SPANNENDSTE Theater Bremens...

 

Anne Clausen

Dirnenlied

Eine musikalische Kriminalkomödie aus dem Berlin der Goldenen 20er


Karla von Stelzenbül – nicht von Natur aus blaublütig, sondern adoptiert - fühlt sich augenscheinlich ganz wohl: Es sind die wilden Zwanziger, man verkehrt in den besten Kreisen von Zehlendorf, der Gatte macht gute Geschäfte, man geht ins Theater…Karla eckt zwar immer mal wieder an, entweder mit ihrer Berliner Kodderschnauze oder ihrem gänzlich undämlichen Alkoholkonsum. Aber wer bitte soll ihr schon etwas anhaben? 

Als ihre Freundin Käthe im Theater einen Nackttanz hinlegt, ist Karla mit ihrer Vorliebe für Skandale zunächst schwer begeistert. Da brat’ mir doch eener einen Storch. Aber die Beene bitte schön knusprig! Doch Käthe verschwindet, und Karla sagt sich Nüscht wie hinterher! Die Suche nach ihr wird zur echten Herzensangelegenheit. Doch was dabei ans Licht kommt, bringt Karlas Welt ins Wanken.



Garniert mit dem Liedgut der Roaring Twenties, seinen Chansons und Gassenhauern, dabei am Klavier begleitet von Dominik Kroll, präsentiert Anne Clausen eine durchaus doppelbödige Krimikomödie, die mit ihrem ebenso locker-flapsigen wie bissig-frechen Witz die sogenannte ‚gute‘ Gesellschaft‘ demaskiert. Eine One-Woman-Show, wie sie im Buche steht!

Clausen beherrscht alle Gemütszustände der vergnügungssüchtigen Adligen. Sie ist eine Stimmungsrakete, wenn sie „Solang nicht die Hose am Kronleuchter hängt“ singt. Als Ermittlerin wirkt sie gekonnt komisch. Man nimmt ihr auch ab, wenn sie nervös wird. Sie überzeugt, wenn sie in Nebenrollen schlüpft. Sie hat eine herrliche Berliner Schnauze und kann mitunter sehr frech werden.

Empört ist sie, als sie merkt, dass der Tänzer Thomas ihre Hinteransicht begafft. Dann wendet sie sich an die vorderen Plätze im Publikum. „Sie haben auch gegafft.“ Kurz danach sorgt sie für Gerechtigkeit, läuft an die Tribüne und präsentiert Zuschauern einen Blick auf ihre Hinteransicht, die dieses Vergnügen bisher nicht hatten. Clausen hat den Schalk im Nacken. Mit ihr und dem Pianisten vergehen zwei Stunden wie im Fluge. (Kreiszeitung)

Anne Clausen beweist in ihrem Stück „Dirnenlied“, dass ein Krimi auch mit einer Person funktionieren kann. Es braucht eine Weile, bis man sich an die trinkende, laute und ziemlich direkte Frau auf der Bühne gewöhnt hat. Dann aber schließt man Karla von Stelzenbül irgendwie ins Herz. Clausen beweist, dass sie für einen gelungenen Auftritt weder ein aufwendiges Bühnenbild, noch einen Spielpartner braucht. Selbst einen Zungenkuss inszeniert sie glaubwürdig allein. „Dirnenlied“ ist ein Stück, das wie seine Protagonistin ein bisschen aus der Reihe tanzt. Und das ist erfrischend. (Weser-Kurier)


mit Anne Clausen

und Dominik Kroll am Klavier

Regie: Jan-Hinnerk Arnke


Premiere am 27. September 2019